Horses Winter to Spring

Das Qi in Bewegung bringen: Pferdeakupunktur und TCVM wenn der Winter dem Frühling weicht (Teil 2)

Seitdem der erste Teil dieses Artikels veröffentlicht wurde, hat der Frühling bemerkenswert an Fahrt aufgenommen. Die Abende werden länger, und selbst die kühleren Temperaturen erscheinen nicht mehr so unangenehm. Die Vögel werden immer aktiver, und erst neulich bin ich im Garten zufällig einer Gebirgsstelze begegnet. Sie nisten hier, seit ich vor etwa drei Jahren hierhergezogen bin, und kehren seitdem jedes Jahr zurück. Das erfüllt mich mit besonderer Freude, da sie in Irland auf der Roten Liste stehen. Wir als Pferdemenschen, die Land und Freiflächen nutzen, haben die Möglichkeit, diese Räume auf eine wildtierfreundliche Weise zu „bewirtschaften“ und zu „gestalten“. Oft lässt sich dies auf eine Weise tun, die auch die Lebensräume unserer Pferde verbessert und bereichert. Lasst uns also zu Hütern und Beschützern unseres Landes und unserer Freiflächen werden, anstatt sie als bloße Güter zu betrachten, die unserem alleinigen Nutzen dienen.

Doch nun zurück zu unseren Pferden und der Unterstützung, die wir ihnen für einen sanften Übergang in den Frühling zukommen lassen können.

Akupressurpunkte zur Unterstützung des Übergangs vom Winter zum Frühling

In Teil 1haben wir betrachtet, wie wir die Wandlungsphasen Wasser und Holz durch Behandlung der ihnen zugeordneten Organsysteme Niere und Leber unterstützen können. In dieser Jahreszeit möchte ich außerdem ein paar Akupressurpunkte ergänzen, um das Verdauungssystem zu fördern und das allgemeine Gleichgewicht herzustellen.

Akupressurpunkte für Magen und Milz

Für viele Pferde bringt der Übergang zum Frühling erhebliche Veränderungen in ihrer Ernährung mit sich. Viele werden zum ersten Mal seit Monaten wieder auf frisches Gras gelassen, während andere nach einem Winter auf der Weide wieder den Hauptteil ihrer Arbeit erbringen.

Magen 36 (Ma 36)

Hou-Sanli | Drei Meilen der Hinterhand | Erdpunkt

Lokalisierung: In einer Vertiefung lateral der Tuberositas tibiae am Ansatz des M. tibialis cranialis.

Magen 36 ist der Meisterpunkt des Abdomen und des Verdauungssystems. Er unterstützt die Verdauungsfunktion und stärkt Qi und Blut – ein hervorragender Akupressurpunkt zur Stärkung der Immunabwehr, der Verdauung und der allgemeinen Vitalität.

Milz 6 (Mi 6)

San-Yin-Jiao | Treffen der drei Yin

Lokalisierung: 3 Cun proximal der Spitze des Malleolus medialis, direkt kaudal des kaudalen Randes der Tibia. 0,5 Cun kaudal der Vena saphena.

Milz 6 ist der Meisterpunkt für das kaudale Abdomen und den Urogenitaltrakt und liegt am Kreuzungspunkt der Meridiane von Milz, Leber und Niere. Er fördert die Magen-Darm-Funktion, stärkt Qi, Blut und Yin und harmonisiert gleichzeitig Leber, Milz und Niere.

Akupressurpunkte zur Unterstützung des allgemeinen Gleichgewichts

Lenkergefäß 14 (LG 14)

Da-Zhui | Großer Wirbel | Meer des Qi

Lokalisierung: In einer Vertiefung auf der dorsalen Mittellinie zwischen dem siebten Halswirbel und dem ersten Brustwirbel am Halsansatz kranial des Widerrists.

LG 14 fördert Yang-Energie und unterstützt das Immunsystem.

Konzeptionsgefäß 17 (KG 17)

Shan-Zong | Altar der Mitte | Meer des Qi

Lokalisierung: Auf der ventralen Mittellinie auf der Höhe des kaudalen Randes des Ellenbogenhöckers.

Alarmpunkt des Perikards. Einflussreicher Punkt der Atmung und des Qi. Unterstützt das Diaphragma und öffnet den Brustraum.

Unterstützung des saisonalen Übergangs über die Akupressurbehandlung hinaus

Akupressur ist am wirksamsten, wenn sie Teil eines ganzheitlichen Managementkonzepts ist. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin (TCVM) können Fütterung, Bewegung und die Umgebung eine wichtige Rolle dabei spielen, die Veränderungen und den Wechsel der Jahreszeiten zu unterstützen.

Pferde, die von Winterfütterung auf Weidegang umgestellt werden, sollten schrittweise angeweidet werden – nicht nur, um Verdauungsstörungen zu vermeiden, sondern auch, weil das nährstoffreiche, feuchte Gras des frühen Frühlings Milz und Magen belasten kann, wenn es zu schnell eingeführt wird. Die Bereitstellung von hochwertigem Heu als Grundlage trägt wesentlich dazu bei, eine reibungslose Verdauung während dieser Umstellung zu gewährleisten.

Auch Bewegung ist eines der besten Mittel gegen eine Stagnation des Leber-Qi. Lange Schrittphasen – idealerweise im Freien, wo das Pferd die sich vor ihm ausbreitende Welt erleben kann – fördern den freien Qi-Fluss und helfen dem Körper, die Verspannungen des Winters abzulegen. Wenn Euer Pferd eine Pause hinter sich hat, solltet Ihr es nicht zu anspruchsvoller oder versammelter Arbeit auffordern, bevor der Bewegungsapparat wieder in Schwung gekommen ist und seinen Rhythmus wiedergefunden hat. Das Element Holz begünstigt Energie, die sich nach oben und außen bewegt, nicht Kompression.

Achtet schließlich auch auf die kleinen Dinge in der Umgebung Eurer Pferde. Rountinemäßige Abläufe, ein ruhiger Umgang und Zeit, sich einfach ohne bestimmtes Ziel zu bewegen, erfordern nicht viel Aufwand, tragen aber wesentlich zu Harmonie und Ausgeglichenheit bei.

Eine Praxis der Präsenz

Was die Traditionelle Chinesische Tiermedizin (TCVM) und die Akupressur vielleicht mehr als jede andere einzelne Technik bieten, ist ein Rahmen, um unsere Pferde wirklich wahrzunehmen und zu beobachten – um die subtilen Veränderungen in Fellqualität, Augenglanz, Temperament und Bewegung zu erkennen, die Aufschluss darüber geben, wie sie mit dem Wechsel der Jahreszeiten zurechtkommen. Der Übergang vom späten Winter zum Frühling ist eine besonders ergiebige Zeit für diese Art der Beobachtung, wenn die gesamte Natur im Begriff ist, von einem Zustand der Ruhe und Erneuerung in einen Zustand der Aktivität und des Wachstums überzugehen.

Dein Pferd ist Teil dieses Wandels. Wenn Du Deine Hände sanft auf einen Akupressurpunkt legst und spürst, wie sich sein Körper entspannt, nimmst du an etwas teil, das sowohl sehr alt als auch zutiefst praktikabel ist – einem Dialog zwischen Lebewesen, der in der Sprache des Körpers geführt wird und die Möglichkeit zur Veränderung eröffnet.

Wartet nach dem Füttern von Kraftfutter zwei Stunden, bevor Ihr mit einer Session beginnt. Arbeitet nicht mit trächtigen Stuten, da die Arbeit mit bestimmten Akupressurpunkten einen Abort induzieren kann. Sollte Dein Pferd gesundheitliche Probleme aufweisen, hole zunächst den Rat Deines Tierarzts ein.

Hinweis: Pferdeakupressur ist eine ergänzende Behandlungsmethode und kein Ersatz für tierärztliche Betreuung. Konsultieren Sie vor Beginn einer Akupressurbehandlung stets einen Tierarzt oder einen zertifizierten TCVM-Praktiker, insbesondere bei Pferden mit bestehenden Gesundheitsproblemen.

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